Warum mein Pferd wiegen?

 

Gerade in der heutigen Zeit, in der auch unsere Pferde an Wohlstandskrankheiten leiden, kommt dem Wiegen unserer Pferde eine immer höhere Bedeutung zu.

Krankheitsbilder, die aufgrund von Übergewicht entstehen, wie das Equine Metabolische Syndrom (EMS) und daraus resultierende Hufrehe und Herz-Kreislauf-Probleme sind leider keine Seltenheit mehr. Zu hohes Gewicht belastet außerdem den gesamten Bewegungsapparat, also Knochen, Gelenke und Sehnen. Gleichzeitig wird unser Sport- und Freizeitpartner immer älter und neigt oftmals dazu, im (höheren) Alter abzunehmen. Je früher man eine solche Entwicklung erkennt, umso rechtzeitiger kann mit angepassten Futterrationen gegengesteuert werden.

Auch die Über- oder Unterversorgung von Mineralfutter sowie die falsche Dosierung der Wurmkur in Unkenntnis des tatsächlichen Gewichtes können sich nachteilig auf die Gesundheit Ihres Pferdes auswirken.

Das einmalige Wiegen ist jedoch nur eine Momentaufnahme. Wir empfehlen daher das regelmäßige Wiegen zwei Mal im Jahr, um unabhängig von Weide-und Stallsaison gültige Vergleichswerte zu erhalten, die Sie über den aktuellen Gesundheitszustand Ihres Pferdes informieren. Eine mindestens jährliche Wiegung sollte Standard sein.

Vier gute Gründe das Gewicht meines Pferdes zu kennen:

ERNÄHRUNG

Nur mit dem exakt gewogenen Pferdegewicht lassen sich die Grundversorgung, Futterergänzungsmittel und Mineralfutter exakt berechnen. Dies ist die Grundvoraussetzung, um bei Über- oder Untergewicht gegenzusteuern bzw. beidem vorzubeugen.

Gerade bei alten und kranken Pferden ist eine wohlüberlegte und korrekte Fütterung unerlässlich, um das Immunsystem zu stärken und (falls erforderlich) eine Gewichtszunahme herbeizuführen.

Bei übergewichtigen Pferden muss eine kontrollierte Diät erfolgen.

Im Extremfall kann bei allen Pferden ein zu hoch dosiertes Mineralfutter zu Vergiftungserscheinungen führen.

WURMKUREN

Wird die Wurmkur zu hoch dosiert, belastet dies den Pferdeorganismus unnötig mit chemischen Giftstoffen. Eine zu niedrige Dosis wirkt nur mindernd, es kann auch zu Resistenzen bei den Würmern kommen. Sie riskieren in diesem Fall massive, gesundheitsbeeinträchtigende Folgen für Ihr Pferd und ggf. den gesamten Bestand.

MEDIKAMENTE

Kennt Ihr Tierarzt das Gewicht, so kann er Medikamente und auch eine Sedierung (Narkose) viel exakter dosieren. Dies bedeutet im Umkehrschluss weniger Risiken für Ihr Pferd.

TRANSPORT

Gerade beim zulässigen Gesamtgewicht des Pferdeanhängers und der Anhängelast Ihres Zugfahrzeugs kann es grenzwertig werden. Das in den Fahrzeugpapieren eingetragene Leergewicht (z.B. 600 kg bis 1.000 kg) bezieht sich auf den "nackten" Zustand. Gummimatte, Trennwand, Stangen, Sattelkammer und weiteres Zubehör sind nicht immer eingerechnet! Viele Warmblüter mit einem Stockmaß von 1,65 m und mehr wiegen über 650 kg. Schnell sind die Anhängelast und das zulässige Gesamtgewicht von 2.000 kg überschritten! Somit ist die Betriebserlaubnis nicht mehr gültig und im Falle eines Unfalls erlischt der Versicherungsschutz. Wenn Sie das Gewicht Ihres Pferdes kennen, können Sie ganz einfach selbst ausrechnen, ob Sie sich noch im erlaubten Rahmen bewegen und vielleicht sogar ein zweites Pferd transportieren dürfen.